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StartseiteTagDerMenschenrechte08-12-2017-StadtbüchereiWürzburg

Briefmarathon 2017 in der Stadtbücherei

Anlässlich des Tags der Menschenrechte am 10. Dezember setzten sich in diesem Zeitraum wieder weltweit Menschen mit Appellschreiben für ausgewählte Amnesty-Einzelfälle ein. Diejenigen, die für die Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind, werden in diesen Tagen mit Briefen aus aller Welt überschwemmt.
Die Würzburger Amnesty-Gruppe wird am Freitag, 8. Dezember, 10-18 Uhr, in der Würzburger Stadtbücherei bei einem Infostand Appellbriefe zugunsten folgender 4 Fälle bereitlegen:
1) MADAGASKAR: CLOVIS RAZAFIMALALA
Der Umweltaktivist Clovis Razafimalala sitzt seit dem 16. September 2016 in Untersuchungshaft. Als Koordinator der Gruppe Maroantsetra Lampogno Coalition hat er den illegalen Handel mit Palisanderholz und anderen geschützten Holzarten in seinem Land angeprangert. Die Behörden werfen ihm vor, während einer Protestveranstaltung zu Straftaten aufgerufen zu haben. Clovis Razafimalala war an den Protesten jedoch gar nicht beteiligt. Die Anklagen gegen ihn sind offensichtlich politisch motiviert und stehen in Zusammenhang mit seinem Engagement für den Um-weltschutz.
2) TSCHAD: TADJADINE MAHAMAT BABOURI
Der Aktivist Tadjadine Mahamat Babouri – auch bekannt als Mahadine – ist inhaftiert, weil er auf Facebook kritische Videos gepostet hat. Sie bezogen sich auf den Umgang der Regierung mit öffentlichen Geldern und die wirtschaftliche Krise des Landes. Am 30. September 2016 nahmen Geheimdienstmitarbeiter Mahadine fest und hielten ihn mehrere Tage ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft. Berichten zufolge wurde er gefoltert. In der Anklage heißt es, er habe „durch eine aufständische Bewegung“ die verfassungsmäßige Ordnung, die territoriale Einheit des Landes und die nationale Sicherheit untergraben“.
3) ISRAEL UND BESETZTE PALÄSTINENSISCHE GEBIETE: ISSA AMRO AND FARID AL-ATRASH
Die beiden palästinensischen Menschenrechtsverteidiger Issa Amro und Farid al-Atrash organisierten am 26. Februar 2016 in Hebron im besetzten Westjordanland einen friedlichen Protestmarsch. Die Demonstration forderte die Aufhebung diskriminierender Einschränkungen der Bewegungsfreiheit von Palästinensern in Hebron. Die beiden wurden wegen ihrer Teilnahme an der Demonstration sowie weiteren Anklagepunkten vor ein israelisches Militärgericht gestellt. Ihnen drohen Haftstrafen, dabei haben sie lediglich ihre Rechte auf freie Meinungsäußerung und Ver-sammlungsfreiheit ausgeübt.
4) ÄGYPTEN: HANAN BADR EL-DIN
Die Menschenrechtlerin Hanan Badr el-Din hat die Organisation „Familien von Opfern des Verschwindenlassens“ mitgegründet. Anlass war das „Verschwinden“ ihres Ehemanns bei einer Protestveranstaltung am 27. Juli 2013. Am 6. Mai 2017 besuchte Hanan Badr el-Din einen Häftling im Qanatar-Gefängnis, von dem sie sich Informationen über den Verbleib ihres Mannes erhoffte. Dabei wurde sie vom Sicherheitspersonal des Gefängnisses festgenommen und vom Geheimdienst verhört. Sie ist bis heute in Untersuchungshaft – offiziell wegen Mitgliedschaft in der verbotenen Muslimbruderschaft. Der wahre Grund dürfte ihre Menschenrechtsarbeit sein.

Ergebnis: Insgesamt wurden 480 Briefe zugunsten der 4 Fälle in der Stadtbücherei und bei einem Gottesdienst verschickt.