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Wer ist Amnesty International ?

Die Geschichte von Amnesty International beginnt damit, dass jemand eine Kerze anzündet. 1961 hatte der englische Anwalt Peter Benenson während einer U-Bahn-Fahrt in London in einer Zeitungsmeldung gelesen, dass in Portugal zwei Studenten zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden waren, weil sie in einem Cafe auf die Freiheit angestoßen hatten. Das erschütterte ihn so sehr, dass er am Trafalgar Square ausstieg und in der nächstgelegenen Kirche eine Kerze anzündete. Heute ist die mit Stacheldraht umwundene Kerze das Symbol von Amnesty International.
Benenson kam in der Kirche auf eine Idee. Er beschloss, einen Protestbrief an die portugiesische Militärdiktatur zu schreiben und andere dazu aufzurufen, das gleiche zu tun. Zu diesem Zweck verfasste er einen Beitrag für die Zeitung "The Observer" unter dem Titel "Die vergessenen Gefangenen", in dem er schrieb: "Man muss nur eine Zeitung aufschlagen, und schon stößt man auf einen Bericht über jemanden, der eingesperrt, gefoltert oder hingerichtet wird, weil seine Meinung oder seine Religion der Regierung nicht gefallen. Jedes Mal überkommt den Zeitungsleser dann ein bedrückendes Ohnmachtsgefühl. Doch wenn diese Gefühle des Abscheus rund um die Welt zu einer gemeinsamen Handlung gebündelt werden, dann könnte etwas Wirkungsvolles getan werden."
Etwa 30 Zeitungen im Ausland schlossen sich diesem Aufruf an. Zwei Monate später hatten sich allein in Großbritannien schon 70 Gruppen gebildet, die sich für die Freilassung politischer Gefangener einsetzten. Noch im gleichen Jahr wurde Amnesty International gegründet. Die Organisation bewirkte im Laufe der Jahre die Freilassung Tausender Gefangener. Das alles geschah, weil Benenson die Zeitung damals nicht einfach seufzend zusammengefaltet hatte. Zum 40-jährigen Bestehen schrieb er 2001: „Erst dann, wenn der letzte Gefangene aus Gewissensgründen befreit, wenn die letzte Folterkammer geschlossen ist, wird unsere Arbeit getan sein."

Internationale Anerkennung erfuhr Amnesty International, als die Organisation 1977 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.

Welche Ziele verfolgt Amnesty International ?

Grundlage und verpflichtendes Ziel ist die Verwirklichung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Aus diesem umfangreichen Dokument hat sich AI besonders folgende Punkte herausgegriffen:
> Recht auf freie Meinungsäußerung
> Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit
> Freilassung gewaltloser politischer Gefangener
> Faire und zügige Gerichtsverhandlung in allen Fällen
> Abschaffung von Folter und Todesstrafe
> Protest gegen “Verschwindenlassen“ und extralegale Hinrichtungen (staatlicher Mord)

Wie arbeitet Amnesty International ?

Es gibt weltweit etwa eine Millionen AI-Mitglieder, die ehrenamtlich die AI-Arbeit leisten und meist in Gruppen zusammengeschlossen sind. In Deutschland gibt es etwa 600 Gruppen, die zwischen 10 und 20 Mitglieder haben. Die Arbeit kann man in folgende Schlagworte zusammenfassen:
> Recherchieren und Aufdecken
> Informieren
> Proteste auslösen
> Druck auf Regierungen und Behörden erzeugen
> Menschenrechtsverletzungen beenden und verhindern

Das zuverlässige Recherchieren ist vor allem die Aufgabe des Internationalen Sekretariats von AI in London. In der dortigen Ermittlungsabteilung sind rund 140 ausgewiesene Fachkräfte aus aller Welt damit beschäftigt, Fakten über Menschenrechtsverstöße zusammenzutragen.
Die Hauptarbeit von AI wird in den Gruppen geleistet. Mitglied in einer Gruppe kann jeder werden, der ein wenig Zeit und Energie mitbringt, sich im Kampf gegen politische Unterdrückung, Folter und Todesstrafe einzusetzen.

Wie arbeitet eine Gruppe?

* Gefangenenbetreuung
Haben Recherchen der Zentrale in London ergeben, dass ein Gefangener zu Unrecht in Haft gehalten wird oder eine andere Form der Menschenrechtsverletzung erleidet, werden die wesentlichen Daten in einer Fallakte zusammengestellt und einer Gruppe übergeben. Diese versucht nun, in Briefen, Appellen, Öffentlichkeitsarbeit u.a. auf diesen Fall aufmerksam zu machen und eine Verbesserung für den Gefangenen zu erreichen. Die Gruppe hat den Gefangenen sozusagen "adoptiert"’ und setzt sich in allen möglichen Formen für ihn ein.

* Kampagnen
Im Laufe eines Jahres initiiert das Nationale Sekretariat in Bonn oder das Internationale Sekretariat in London eine Aktion, die ein Thema (z.B. Todesstrafe) oder ein Land (z.B. Folter in der Türkei) zum Inhalt hat. Unterstützt durch ausführliche Aktionsanleitungen entfalten nun Gruppen oder auch Einzelmitglieder Aktivitäten wie Briefe schreiben, Petitionslisten, Mahnwachen, Demonstrationen.

Wie kann ich außerdem für AI arbeiten?

* Urgent actions (ua) - Eilaktionen
Wenn Gefangene unmittelbar von der Folter bedroht sind, ihnen die Hinrichtung bevorsteht, sie dringend medizinische Hilfe benötigen, in der Haft "verschwinden" oder ihnen sonst unmittelbar Gefahr droht, dann sind dies Situationen, die eine schnelle Intervention erfordern. Mit einer Eilaktion versucht AI, unmittelbar zu reagieren und zugunsten der gefährdeten Menschen tätig zu werden.

* Briefe gegen das Vergessen
Amnesty veröffentlicht in jedem Monat im ai-Journal die Schicksale dreier Menschen, die wegen ihrer politischen Überzeugung in Haft geraten sind oder eine andere Form von Menschenrechtsverletzung erleiden mussten. Eine Flut von Briefen aus aller Welt soll diesen betroffenen Menschen helfen - und in etwa 30 % der Fälle, in denen eine solche Aktion gestartet wird, kann ein Erfolg verbucht werden.

Wie kann ich Amnesty International unterstützen?

* als Mitglied in einer AI Gruppe (Aufgabenbeschreibung s.o.)
* als Abonnent des AI-Journals (30 € jährlich)
* als aktives Einzelmitglied:
Sie zahlen einen Mitgliedsbeitrag von 60 € pro Jahr (Schüler, Studenten, Rentner, Arbeitslose die Hälfte), bekommen regelmäßig das AI-Journal und beteiligen sich an verschiedenen Aktionen z.B. Eilaktionen (über einen ehrenamtlichen Verteiler), Briefe gegen das Vergessen (aus dem Journal) oder einer AI-Aktion wie oben beschrieben.
* als Förderer, der AI durch Spenden und Fördererbeiträge finanziell unterstützt:
Als Förderer (Mindestbetrag 60 € jährlich) unterstützen Sie regelmäßig die AI-Arbeit und bekommen das monatlich erscheinende AI-Journal. Aber auch jede noch so kleine Spende ist willkommen und dringend nötig, die Arbeit von amnesty international zu ermöglichen.
* E-Mail-Service Lassen Sie sich regelmäßig von uns informieren. amnesty international schickt Ihnen auf Wunsch kostenfrei per E-Mail den ai-Newsletter, die neuesten Urgent Actions oder Briefe gegen das Vergessen an Ihre Mailadresse. Sie müssen kein Mitglied sein, um den Service in Anspruch zu nehmen!
www.amnesty.de/mailabo

Spendenkonten:

Konto Nr. 80 90 100 Bank für Sozialwirtschaft (BFS) Köln, BLZ 370 205 00

IBAN: DE 233 702050 0000 8090100; BIC: BFS WDE 33 XXX

Kennwort jeweils: Bezirk 3870 oder Gruppe 1192

Alle Spenden sind natürlich steuerlich absetzbar.

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